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Frederick - Gestaltet mit der Kettmethode

 

Letzte Woche habe ich euch hier eines meiner Lieblingsbilderbücher vorgestellt: "Frederick" von Leo Lionni. Weil es so gut zur Jahreszeit passt, möchte ich es demnächst in meiner neuen Kinderpflege-Klasse mit der Kett-Methode umsetzen. Für alle, die Lust haben, es mir nachzutun (in Kindergarten, Grundschule oder Kindergottesdienst), beschreibe ich hier meine Planungen. Wer mehr über diese Methode des Religionspädagogen Franz Kett erfahren möchte, kann gerne hier und hier nachlesen.

 

Materialliste

Bilderbuch "Frederick" von Leo Lionni (als Vorlage, erzählt wird frei)

 

Getreideähren, Nüsse, größere Kieselsteine und weitere Naturmaterialien (ich habe  Hagebutten verwendet)

 

Tücher: großes braunes Rundtuch, weiße Tücher (wenn möglich auch ein Chiffontuch), ein kleines grünes und ein kleines gelbes Tuch

 

große Filzsonne (alternativ kann ein weiteres gelbes Tuch als Sonne verwendet werden)

 

Legematerial (für die Jahreszeitenbilder --> siehe Beschreibung)

 

bunte Märchenwolle

 

Fünf Mäuse (Ich hatte nur eine Ostheimermaus, die ich für Frederick verwendet habe. Nach längerem Suchen, wie ich möglichst günstig an weitere Mäuse der passenden Größe komme, bin ich auf Katzenspielzeug gestoßen. Die Viererpackung hat knapp 5 € gekostet.)

 

Erzählung mit Gestaltung

1. + 2. Doppelseite

Ich zeige den Kindern ein zusammengefaltetes braunes Rundtuch: "Welche Farbe hat das Tuch?" (braun) "Heute soll unser Tuch die Erde sein."

Vier Kinder dürfen das große Rundtuch auf dem Boden in unserer Mitte ausbreiten. "Es ist Sommer." In die Mitte des Tuches wird die Filzsonne gelegt.

 

Ich erzähle den Inhalt der ersten beiden Doppelseiten: Eine Familie schwatzhafter Feldmäuse wohnte einst in einer alten Steinmauer, die auf einer Wiese stand.

Die Kinder legen mit einem kleinen grünen Tuch eine Wiese. Anschließend bauen wir zusammen aus den Steinen eine Mauer. Die Mäuse ziehen ein.

 

Doppelseiten 3-6

Ich erzähle weiter: Der Winter steht vor der Tür und die Mäuse bereiten sich darauf vor. Sie sammeln Vorräte und tragen fleißig Körner, Nüsse, Weizen und Stroh zusammen. Die Mäuse arbeiten Tag und Nacht. Alle, bis auf Frederick. Als seine Kameraden ihn fragen, warum er nicht hilft, antwortet er, er sammle Sonnenstrahlen, Farben und Wörter für die langen kalten Wintertage.

 

Während der Erzählung gestalte ich den Verlauf der Geschichte mit Material auf der Runddecke.

 

7. + 8. Doppelseite

Ich nehme die Filzsonne weg und lege ein großes weißes Tuch über das braune Rundtuch. Dann baue ich die Steinmauer ab, breite ein weißes Chiffontuch aus und lege die Steine nebeneinander wieder auf das Tuch. Die Mäuse kommen dazu sowie das gesammelte Naturmaterial (Ähren, Hagebutten, Nüsse ...).

 

Erzählung: Der Winter zieht ein. Es fällt der erste Schnee und die fünf kleinen Feldmäuse ziehen sich in ihr Versteck zwischen den Steinen zurück. Es geht ihnen gut, denn sie haben viel zu essen und erzählen sich Geschichten.

 

9. + 10. Doppelseite

Ich räume die Naturmaterialien weg und lasse nur ein paar leere Eichelhüllen übrig.

Nach und nach sind alle Vorräte aufgeknabbert. Es ist kalt zwischen den Steinen und niemand möchte mehr sprechen. Da fällt den Mäusen ein, wie Frederick von Sonnenstrahlen, Farben und Wörtern gesprochen hat und sie fragen ihn nach seinen Vorräten.

 

Ich setze Frederick auf einen der Steine.

 

11. Doppelseite

Frederick fordert die Mäuse auf, ihre Augen zu schließen. Er schickt ihnen Sonnenstrahlen und sie fühlen die Wärme auf ihrer Haut. Ist das Fredericks Stimme oder ein Zauber?

 

Ich lege ein kleines gelbes Chiffontuch in den Mäusebau.

 

12. Doppelseite

Die Mäuse fragen Frederick nach den Farben. Wieder schließen sie die Augen und er erzählt von bunten Blumen und grünen Blättern, bis sie alles klar und deutlich vor sich sehen.

 

Ich lege kleine Stückchen abgezupfte, bunte Märchenwolle zwischen die Mäuse.

 

13. Doppelseite

Jetzt möchten die Mäuse, dass Frederick ihnen von den Wörtern erzählt. Er lässt die vier Jahreszeiten vor ihren Augen entstehen: Vier kleine Feldmäuse, die im Himmel wohnen, bringen ihre Gaben. Die Frühlingsmaus lässt den Regen lachen, die Sommermaus malt bunte Blumen, die Herbstmaus bringt Nüsse und Weizen und die Wintermaus die Kälte.

 

Ich entferne die weißen Tücher. Während der Erzählung bitte ich die Kinder, mir bei der Gestaltung der Jahreszeiten zu helfen. Auf der großen braunen Runddecke entstehen mit Legematerial je ein Frühlings-, Sommer-, Herbst- und Winterbild.

 

letzte seite

Die Mäuse bedanken sich bei Frederick.

 

Es ist schön, wenn das Bodenbild noch ein paar Tage liegen bleiben kann. Oft ist das aber aus Platzmangel nicht möglich. Für diesen Fall gibt es ein schönes Abschlussritual: Die Kinder gehen einmal im Kreis um die gestaltete Mitte herum und sehen sich alles genau an. Wieder auf ihrem Platz angekommen, werden sie aufgefordert, ein "inneres Foto" des Bildes zu machen, das sie in ihrem Herzen bewahren können. Anschließend wird gemeinsam aufgeräumt.

 

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Kommentare: 3
  • #1

    Leni (Sonntag, 16 September 2018 10:06)

    So, ich hoffe, jetzt klappt es mit dem Kommentar ;-)
    Ich finde die Methode und Deine Ausgetsaltung ganz toll. Und Frederick war schon als Kind eins meiner Lieblingsbücher.
    Ich wünsche Dir einen schönen Sonntag!
    Liebe Grüße
    Leni

  • #2

    di-konfuzius@t-online.de (Donnerstag, 15 November 2018 21:56)

    Hammer.....werde ich bestimmt umsetzen, danke für die tolle Darstellung..
    Schöne Zeit
    Liebe grüße Diana

  • #3

    Nici (Donnerstag, 15 November 2018 22:22)

    Freut mich, dass dir die Umsetzung von "Frederick" mit der Kett-Methode gefällt, liebe Diana. Wünsche dir ganz viel Freude beim Erzählen und Gestalten.