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Eine Nikolauslegende - gestaltet mit der Kett-Methode

Eine Nikolauslegende

gestaltet mit der ganzheitlich-sinnorientierten Methode

nach Franz Kett

 

 

Ich unterrichte als Fachpraxislehrkraft an einer katholischen Berufsfachschule für Kinderpflege.

Letzte Woche haben wir uns mit der ganzheitlich sinnorientierten Pädagogik nach Franz Kett beschäftigt, konkret mit der Erzählung einer Nikolauslegende und Gestaltung eines Bodenbildes.

Die Herangehensweise fasziniert mich sehr. Deshalb möchte ich sie euch gerne an dieser Stelle vorstellen. Man kann die Methode in jeder Altersgruppe einsetzen - von Kinderkrippe/Kindergarten über Konfirmanden- bis zur Seniorenarbeit. Ich habe auch schon einen Frauenkreisabend damit gestaltet. Es lassen sich biblische Geschichten oder einzelne Bibelstellen damit erzählen, aber auch Märchen, Sagen und Legenden.

 

Franz Kett war Religionspädagoge und Lehrer und ist mittlerweile 84 Jahre alt. Bis letztes Jahr war er noch in Sachen Fortbildung unterwegs und ich bin froh, eine davon miterlebt zu haben. Wer sich gerne ausführlicher mit der Kett-Pädagogik beschäftigen möchte, kann das hier tun.

 

An dieser Stelle möchte ich euch meine Unterrichtseinheit vorstellen. Vielleicht kann jemand von euch noch eine Idee für den nächsten Kindergottesdienst oder Stuhlkreis im Kindergarten brauchen. Grundlage war die Legende von Bischof Nikolaus mit den drei goldenen Kugeln. Ich habe sie mir im Internet rausgesucht und dann frei erzählt.

 

1. Kreisbildung durch Weitergabe eines Seils --> Am Ende steht die Gruppe im Kreis. Jeder hält das Seil. Während der Weitergabe singen wir "Mein Seil, mein Seil, das soll wandern, von der einen Hand zur andern." Beim Schließen des Seilkreises: " Oh, wie schön, oh, wie schön, ist mein Seil nun anzusehn."

 

2. Das kreisrunde Seil wird vorsichtig auf dem Boden abgelegt. Wir besprechen, welche Form entstanden ist.

 

3. An einer Stelle forme ich einen Rundbogen. "Was hat sich verändert?" "Was ist entstanden?"

 

4. Ich lege Tücher in die Bogenform. Der Begriff "Tor" wird erarbeitet. Die Kinder formen mit ihrem Körper Tore (alleine, zu zweit). Zwei Kinder bilden ein Tor und alle anderen ziehen durch. 

 

5. "Wo stehen Tore?" "Welche Tore kennt ihr?"

"Unser Tor ist ein Stadttor. Es gehört zu der Stadt Myra. Früher hatte jede Stadt eine Stadtmauer, um sie vor Angreifern zu schützen, und ein Stadttor, durch das man herein kam."

 

6. "Was gehört noch zu einer Stadt?" --> "Häuser."

Die Kinder bekommen verschiedenfarbige und unterschiedlich große Tücher, aus denen sie (nach Anleitung) Häuser formen. Jeder darf sein Haus mit Legematerial schmücken. 

 

7. "In der Stadt Myra lebte vor langer Zeit ..." --> Ich erzähle die Nikolauslegende mit Ostheimer-Figuren (Figuren: Bischof, Vater, Wirt, drei Töchter sowie drei goldene Kugeln).

 

8. Transfer der Geschichte zum heutigen Nikolaustag am 6. Dezember herstellen

--> Wo können wir anderen Menschen helfen?

 

9. Abschluss: Die Kinder schließen ihre Augen und öffnen ihre Hand. Ich gehe umher, lege jedem eine kleine goldene Kugel hinein und schließe die Hand. Wenn das Glöckchen ertönt, dürfen die Augen geöffnet und die Gabe entdeckt werden.

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Kommentare: 1
  • #1

    Ulrike (Montag, 27 November 2017 17:59)

    Oh das ist ja großartig �

    Vielleicht bietet sich mit die Möglichkeit, dass ich es bei mir in der Kita anwende.
    Ich liebe diese Methode.