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Frühlingserwachen - gestaltet mit der Kett-Methode

Heute Morgen wurde ich zum ersten Mal von Vogelgezwitscher geweckt. Auch, wenn es gestern noch dicke Flocken geschneit hat, der Frühling ist auf dem Weg. Passend dazu stelle ich euch heute eine Einheit zum Thema "Frühlingserwachen" vor, die ihr in Kindergarten, Grundschule oder Kindergottesdienst einsetzen könnt. Das Bodenbild habe ich mit der ganzheitlich-sinnorientierten Pädagogik nach Kett entwickelt.

Franz Kett war Religionspädagoge und Lehrer und ist mittlerweile 84 Jahre alt. Bis letztes Jahr war er noch in Sachen Fortbildung unterwegs und ich bin froh, eine davon miterlebt zu haben. Wer sich gerne ausführlicher mit der Kett-Pädagogik beschäftigen möchte, kann das hier tun.

 

1. Blaues Tuch

Ich zeige den Kindern ein zusammengefaltetes blaues Rundtuch: "Welche Farbe hat das Tuch?" (blau)

"Woran erinnert euch die Farbe blau?" (Meer, Himmel ...)

"Heute soll unser Tuch der Himmel sein."

 

Das Tuch wandert von einem Kind zum nächsten im Kreis. Dabei wird ein kleines Lied gesungen ("Guten Morgen, guten Morgen", Text und Melodie: Georg Batzer aus: "Franz Kett "Jahrbuch 2012 - ganzheitlich-sinnorientiert erziehen und bilden", Franz Kett-Verlag GSEB, 1. Auflage 2012): "Guten Morgen, guten Morgen", sagt der Himmel zu dir. "Was kann ich dir schenken? Mein Blau schenk´ ich dir. Was kann ich dir schenken? Mein Blau schenk´ ich dir."

 

Das blaue Tuch wird auseinander gefaltet und auf dem Boden abgelegt.

Ich frage: "Was kann man am Himmel alles sehen?" (Sonne, Mond, Sterne, Vögel, Flugzeuge ...)

 

 

2. Gelbes Tuch

Ich zeige den Kindern ein gelbes Tuch: "Welche Farbe hat das Tuch?" (gelb)

"Woran erinnert euch die Farbe gelb?" (Sonnenblume, Sonne ...)

"Heute soll unser Tuch die Sonne sein."

 

Das Tuch wandert von einem Kind zum nächsten im Kreis. Dabei singen wir die zweite Strophe unseres Liedes: "Guten Morgen, guten Morgen", sagt die Sonne zu dir. "Was kann ich dir schenken? Mein Gelb schenk´ ich dir. Was kann ich dir schenken? Mein Gelb schenk´ ich dir."

 

 

Das gelbe Tuch wird auseinander gefaltet und kreisrund in der Mitte des blauen Tuches abgelegt.

Die Kinder legen Sonnenstrahlen an (ausgeschnittene Goldpapierzacken oder zu Strahlen geformte gelbe Tücher).

 

 

3. Grüne Tücher

Ich zeige den Kindern ein grünes Tuch: "Welche Farbe hat das Tuch?" (grün)

"Woran erinnert euch die Farbe grün?" (Gras, Blätter ...)

"Heute sollen unsere grünen Tücher eine Wiese sein."

 

Ein grünes Tuch wandert von einem Kind zum nächsten im Kreis. Dabei singen wir die dritte Strophe unseres Liedes: "Guten Morgen, guten Morgen", sagt die Wiese zu dir. "Was kann ich dir schenken? Mein Grün schenk´ ich dir. Was kann ich dir schenken? Mein Grün schenk´ ich dir."

 

Die Kinder bekommen mehrere grüne Tücher, die sie als Wiese um das blaue Rundtuch legen.

 

 

4. Geschichte

Ich erzähle den Kindern die Geschichte "Die kleine Waldmaus und das Frühlingserwachen".

 

Diese Geschichte von Elke Bäunling habe ich im Internet gefunden. Ihr könnt sie googeln (https://fruehlingsgeschichten.wordpress.com/2015/02/23/die-kleine-waldmausund-das-fruehlingserwachen) oder selbst frei erzählen.

Der Inhalt ist in etwa Folgender:

Die kleine Waldmaus ist während des Winterschlafs immer wieder aufgewacht, weil sie vom Frühling geträumt hat. Sie malt sich den Frühling mit warmen Sonnenstrahlen, bunten Blütenwiesen und frischen Kräutern aus, so, wie ihn ihr die älteren Mäuse erklärt haben. Doch bei jedem Erwachen vertröstet sie ihr Mäuseopa, dass noch Winter sei und sie weiterschlafen müsse. Eines Tages - die kleine Maus erwacht erneut und glaubt, sie hätte  wieder geträumt - ist es tatsächlich Frühling geworden und sie kann gemeinsam mit ihrem Opa die Schlafhöhle der Mäuse verlassen. Die kleine Maus entdeckt den Frühling mit allen Sinnen: die Wiese mit Blumen und Tieren, die Sonne und ihre warmen Strahlen, die frische Frühlingsluft ...

 

 

5. Überleitung und Gestalten des Bodenbildes

Ich frage die Kinder: "Was sieht die kleine Maus wohl alles auf der Wiese?" (Käfer, Schnecken, Blumen ...)

"Ihr dürft jetzt gemeinsam mit dem Legematerial, das ich mitgebracht habe, eine bunte Blumenwiese und auch den Himmel gestalten." (Die Kinder legen das Bild, eventuell läuft im Hintergrund leise Instrumentalmusik)

 

 

6. Gemeinsame Betrachtung des Bodenbildes

Wir sehen uns das Bodenbild gemeinsam an und ich lasse die Kinder erzählen, was sie gelegt haben.

 

Dann frage ich sie: "Wer lässt denn die Blumen wachsen?" (Gott)

Wir singen die Liedstrophe mit Gesten: "Wer lässt die Blumen wachsen, Blumen wachsen, Blumen wachsen? Wer lässt die Blumen wachsen? Unser großer Gott". (Es ist ein bekanntes Kindergottesdienstlied, ich kenne die Quelle leider nicht.)

 

"Was brauchen die Blumen denn zum Wachsen?" (Sonne, Regen)

Wir singen die Liedstrophen mit Gesten: Wer lässt die Sonne scheinen ... unser großer Gott" und "Wer lässt den Regen fallen ... unser großer Gott."

 

 

 

7. Gebet

An dieser Stelle kann ein Gebet gesprochen werden, in dem Gott für den Frühling gedankt wird: für das neu erwachende Leben, die Sonne, den Regen, die Blumen ...

 

 

8. Letzte Betrachtung des Bodenbildes und gemeinsames Aufräumen

Falls das Bodenbild gleich wieder aufgeräumt werden muss, bietet sich folgendes Ritual an:

Die Kinder gehen noch einmal langsam im Kreis um das Bild herum und sehen sich an, was sie und die Anderen gelegt haben. Wenn jeder wieder auf seinem Platz steht, fordere ich die Kinder auf:

"So, jetzt darf jeder nochmal ein Foto mit seinen Augen machen. Wir nehmen nun das Bild und schließen es in unser Herz. Dort können wir es immer wieder ansehen, wenn wir wollen. (mit einer Geste wird das Bild in beide Hände genommen und auf das Herz gelegt).

 

Nun kann gemeinsam aufgeräumt werden.

 

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