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Urlaubszeit

Noch drei Tage Schule, dann beginnen die Ferien. Und damit rückt auch unser diesjähriger Sommerurlaub näher. Als die Kinder noch kleiner waren, standen Deutschland und Österreich auf der Reiseliste. Seit fünf Jahren entdecken wir gemeinsam andere Länder, aufgeteilt in verschiedene Stationen. Meist entscheiden wir uns für ein bis zwei Städte mit Kultur und (Großstadt-)Trubel, in der letzten Woche geht es dann eher um Erholung in schöner Landschaft oder am Meer. Eine Mischung, die uns allen gut gefällt. Auf diese Weise haben wir in den letzten Jahren Frankreich, England, Italien und Schottland bereist.

 

Alles wird anders ...

Dieses Jahr wird alles anders. Die Mädchen gehen mit den Großeltern auf Kreuzfahrt. Sophia möchte ihren Geburtstag, der mitten in den Ferien liegt, mal wieder zu Hause feiern. Deshalb gibt es zumindest im Sommer nur einen Mini-Familienurlaub. Während die beiden Richtung Nordkap in hohe See stechen, werden Thilo und ich unseren ersten Zu-zweit-Urlaub seit 15 Jahren verbringen. Wir sind einige Tage auf Rügen und später an der Nordsee. Zwei Herzen schlagen in meiner Brust. Ich freue mich riesig auf diesen Urlaub zu zweit und auf die deutsche Nord- und Ostseeküste. Andererseits sind unsere Familienurlaube zu viert immer wunderschön und ich werde die Mädchen vermissen. Immerhin verbringen wir die letzten Tage wieder alle zusammen und erkunden gemeinsam Hamburg.

 

Zeit zu zweit

Auf Rügen ist unsere Unterkunft in einem schönen, renovierten Gutshof, weitab der großen Seebäder. Und auch an der Nordsee haben wir uns für eine Warft mit großem Garten gleich hinter dem Deich entschieden. Wir wollen schwimmen, (gemeinsam und jeder für sich) lesen, angeln, Rad fahren, am Strand entlang laufen, die Weite des Meeres genießen und die umliegenden Dörfer und Städtchen erkunden. Urlaub zu zweit. Es wird - nach so langer Zeit - fast wie eine neue Erfahrung für uns sein. Auch, wenn wir in den letzten Jahren immer mal wieder ein Wochenende und regelmäßig Abende ohne Kinder miteinander verbracht haben. Es wird ein Vorgeschmack auf die Zeit, wenn die Mädchen ihre eigenen Urlaube ohne uns verbringen möchten. In der anstrengenden, fordernden Kleinkindzeit hat man Sehnsucht nach solchen Freiräumen. Mit zunehmender Selbstständigkeit der Kinder schleicht sich in die Vorfreude auch etwas Wehmut. Ich möchte lernen, beides zu schätzen, für beides dankbar zu sein und zu genießen, was mir das Leben schenkt.

 

Urlaub gestalten

Auf Instagram folge ich seit einiger Zeit dem Account der Stadtmoenche. Jeden Montag Abend gibt es eine Live-Session zu unterschiedlichen Themen. Zuletzt ging es um "vier Aspekte, die eine Rolle spielen sollten, wenn du mehr von deinem Urlaub erwartest". Ich fand diese Punkte inspirierend und möchte sie gerne mit euch teilen.

 

Tu etwas Geistiges

Bruder David spricht davon, dass wir in unserem Urlaub auch etwas für den Kopf tun sollten, etwas Inspirierendes, etwas zum Nachdenken. Das kann die Auseinandersetzung mit einem Bild beim Museumsbesuch sein, ein Vortrag oder auch das Lesen eines Sachbuchs, das mich intellektuell herausfordert. Die ganze Bandbreite von Kultur und Geisteswissenschaft steht zur Verfügung. Wichtig ist, dass mich das Thema, mit dem ich mich beschäftige, zum Nach- und Weiterdenken bringt, meinen Horizont erweitert und mir neue Impulse gibt.

 

Ich mag den Gedanken, mich - gerade, wenn ich die Zeit und Ruhe dafür habe - mit etwas auseinanderzusetzen, was mir vielleicht einiges abverlangt, mich aber weiterbringt. Das ist sicherlich nicht so einfach, wenn man im quirligen Familienalltag mit Kleinkindern steckt. Für unseren Urlaub kann ich es mir aber sehr gut vorstellen. Ich werde mich also auf Literatursuche begeben und parallel nach Vorträgen und kulturellen Angeboten in der Nähe unserer Urlaubsorte Ausschau halten. Das geht übrigens auch mit Kindern. Ich kann mich gut an einen Kurzurlaub mit den Mädchen in Weimar erinnern. Viele Museen haben Audioguides für Kinder und danach kann man sich austauschen. Auf diese Weise entdeckten wir das Goethe-, das Schillerhaus und das Bauhausmuseum. Bei Letzterem war mein Pädagogenherz komplett fasziniert vom Konzept der Theorie- und Praxisausbildung der Bauhausstudenten. Diese Kurzreise ist mindestens fünf Jahre her und ich erinnere mich noch heute gerne daran.

 

Tu was Geistiges - Wird gemacht!

 

Tu was Geistliches

"Geh in einen Gottesdienst. Besuche alte Kirchen oder Klöster und lass dich berühren.", empfiehlt Bruder David. "Lies ein spirituelles Buch." oder "Bete. Meditiere."

Wenn uns im Urlaub eine Kirche über den Weg läuft, gehen wir eigentlich immer rein. In Frankreich hatten die Kinder große Freude daran, für jemanden eine Kerze anzuzünden, was sie aus unserem evangelischen Glaubensleben nicht kannten. Beim zweiten Frankreichurlaub an der Loire überforderten uns die prächtigen Gotteshäuser sogar ein bisschen. Kaum ein größerer Ort, an dem es keine Kathedrale gab. Selbst das Prädikat "Unesco Weltkulturerbe" zog irgendwann nicht mehr. Es waren einfach zu viele. Immerhin machten wir uns schlau über den Unterschied von Kathedrale, Dom und Basilika. Trotz der Fülle an Kirchen blieb eine in besonderer Erinnerung. Wir wollten dem gregorianischen Gesang der Mönche lauschen und erlebten dadurch einen Gottesdienst mit. Zu diesem Zeitpunkt war außer meinem Mann noch niemand von uns des Französischen mächtig. Dennoch - oder gerade deswegen - war es ein zutiefst spirituelles Erlebnis. Ich werde nie vergessen, wie das Licht plötzlich durch das Kirchenfenster brach und mich umhüllte.

 

Auch der Chor im Petersdom hinterließ einen bleibenden Eindruck. Oder der Bibelgarten in Elgin, Schottland. Ebenso wie die Andacht zur Sterbestunde Jesu, die wir dieses Jahr an Ostern in der Berliner Gedächtniskirche erlebten. Und dann das Kontrastprogramm: eine Celebration bei ICF Berlin an Ostersonntag.

 

Tu was Geistliches - Gerne!

 

Tu was mit Spaßfaktor

Erholung und Genuss dürfen im Urlaub natürlich nicht zu kurz kommen: ausschlafen, in den Tag hinein leben, schwimmen, tanzen, Cappuccino schlürfen, die Leichtigkeit des Seins genießen. Sich treiben lassen, auch mal quer denken, unvernünftig sein, etwas Verrücktes tun. Das Kontrastprogramm zu den Zwängen des Alltags tut einfach gut. Wobei ich der Meinung bin, dass kleine "Urlaubsausnahmen" auch Bestandteil des normalen Alltags sein sollten. Schließlich verbringen wir den größten Teil unseres Lebens nicht im Urlaub und wollen es dennoch genießen.

 

Ach, wie herrlich fanden es unsere Kinder, in Südfrankreich fast jeden Tag Crêpes statt Mittagessen zu sich zu nehmen. Was für eine Augenweide sind die Törtchen und Gebäckteilchen in Frankreich und England. In Italien gab es das beste Eis 50 m vor der Ponte Vecchio. Fish and Chips im Pub in Cornwell. Macarons in Frankreich. Mmmhhh, lauter leckere Urlaubserinnerungen. Fremde Gerüche und Geschmackserlebnisse erfordern manchmal auch etwas Mut. An Haggis - eine schottische Spezialität, bestehend aus Schafsmagen, der mit Herz, Leber, Lunge, Nierenfett, Zwiebeln und Hafermehl gefüllt wird - hat sich zugegebenermaßen nur mein Mann getraut ... und überlebt.

 

Spaß haben im Urlaub schafft Erinnerungen, von denen man lange zehren kann. Lina sieht sich immer wieder gerne die Fotobücher an, die mein Mann von unseren Urlauben gestaltet. Angeln, schwimmen, über Märkte schlendern, reiten, Freundschaften am Strand schließen ...

 

Tu was mit Spaßfaktor - Auf jeden Fall!

 

Tu was für deinen Körper

An einem unserer kinderfreien Abende haben wir uns kürzlich als Paar darüber ausgetauscht, was uns im Leben Kraft gibt. Mein Mann zählte dabei auch Sport auf. Obwohl ihn joggen und Fußball spielen Kraft kosten, zieht er auch welche daraus. Scheinbar erholt sich unser Körper am besten, wenn er sich ab und zu etwas anstrengen muss. Möglichkeiten zur Bewegung gibt es im Urlaub genug: am Strand entlang laufen, durch den Park joggen, sich ein Boot leihen, mit dem Fahrrad die Umgebung erkunden, wandern, schwimmen ... . Manchmal kostet das Überwindung. Gerade, wenn man so ein Sportmuffel ist wie ich. Aber man muss es ja nicht übertreiben.

Bruder David nennt unter dem Aspekt "etwas für seinen Körper tun" auch Körperpflege und leichtes Essen. Wenn ich zurückdenke, so habe ich mir eigentlich fast in jedem Urlaubsland eine besondere Körperpflege gegönnt: französische Seife, englische Handcréme. Außerdem durchstöbere ich gerne die Supermärkte nach Lebensmittel, die es bei uns nicht überall zu kaufen gibt. Sowohl die Pflegeprodukte als auch die fremden Gewürze und Öle bringen mir später im Alltag ein Stück Urlaubsgefühl zurück.

 

Tu was für deinen Körper - Lohnt sich!

 

 

Tu in deinem Urlaub ...

- etwas Geistiges

- etwas Geistliches

- etwas mit Spaßfaktor

- etwas Körperliches

 

Dann ...

- bekommst du viele Impulse

- hast Spaß und genießt deinen Urlaub in vollen Zügen, nicht nur der Kopf, sondern auch der Körper.

- lädst du deinen inneren Akku auf.

- kommst du gestärkt aus dem Urlaub zurück.

- nimmst du etwas davon mit in deinen Alltag.

 

"Tiefe Impulse - auch körperliche - nähren und verändern deinen Alltag nach dem Urlaub. Du bist bereichert worden." (Bruder David)

 

In diesem Sinne wünsche ich euch einen schönen, erholsamen Urlaub mit vielen Impulsen!