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Bible Art Journaling: Oster-Special

Wenn in der Dunkelheit der Osternacht ein Licht weitergegeben wird, bis nach und nach die ganze Kirche davon erhellt ist, wenn "Der Herr ist auferstanden. Er ist wahrhaftig auferstanden." über all dem ausgesprochen wird, ist das ein ganz besonderer Moment. In der Osterzeit liegen alle Emotionen zeitlich dicht gedrängt beieinander: Der Jubel als Jesus an Palmsonntag in Jerusalem einzieht, die liebende Großzügigkeit der Frau, die Jesus mit kostbarem Öl salbt und dafür von den Jüngern erst einmal verachtet wird. Das Entsetzen der Zwölf beim Abendmahl als Jesus ankündigt, dass ihn einer von ihnen verraten und ausliefern wird. Jesu schreckliche Furcht und Angst beim Gebet im Garten Gethsemane und seine Einsamkeit, weil die Jünger es nicht schaffen, mit ihm wach zu bleiben. Petrus tiefste Überzeugung, dass er Jesus  niemals verleugnen wird und seine ebenso tiefe Verzweiflung, weil er scheitert. Pilatus´ Hin- und Hergerissensein und der Hass der Menschenmenge, die fordert "Kreuzige ihn!". Die ergriffene Erkenntnis des römischen Hauptmanns am Kreuz, der erkennt "Dieser Mann war wirklich Gottes Sohn." Der Mut des Joseph von Arimathäa, der Jesu Leichnam von Pilatus fordert und Jesus ein Grab gibt. Die tiefe Trauer der Frauen am Grab, Maria Magdalenas große Verzweiflung. Und dann: "Der Herr ist auferstanden. Er ist wahrhaftig auferstanden!"

 

Welch befreiende Kraft liegt in diesen Worten. Und ich möchte ihnen gar nichts mehr hinzufügen. Die Ostergeschichte findet sich in allen Evangelien. Ich habe die Passagen vom Einzug in Jerusalem bis zur Auferstehung in den letzten Jahren in meiner Art Journaling Bibel gestaltet und lasse sie hier - ergänzt mit den entsprechenden Bibelstellen - für sich sprechen. Ich wünsche euch eine gesegnete Osterzeit!

 

 

Viele Menschen breiteten ihre Mäntel vor Jesus auf der Straße aus. Andere schnitten Zweige von den Bäumen und bestreuten den Weg damit. Er befand sich in der Mitte des Zuges, und die Menge um ihn herum jubelte: "Gelobt sei Gott für den Sohn Davids! Gepriesen sei, der im Namen des Herrn kommt! Lobt Gott im höchsten Himmel!" Die ganze Stadt Jerusalem war in Aufruhr, als er einzog. "Wer ist das?", fragten die Leute.Und die Menschen in der Menge antworteten: "Das ist Jesus, der Prophet aus Nazareth in Galiläa." (Matthäus 21,8-10)

 

 

Als sie beim Essen saßen, kam eine Frau mit einem wunderschönen Gefäß voll kostbaren Öls. Sie zerbrach das Gefäß und goss Jesus das Öl über den Kopf. Einige am Tisch waren darüber entrüstet: "Warum wurde dieses kostbare Öl so verschwendet?", fragten sie. "Sie hätte es für ein kleines Vermögen verkaufen und das Geld den Armen geben können!" Und sie wiesen sie scharf zurecht. Doch Jesus hielt ihnen entgegen: "Lasst sie in Ruhe. Warum bringt ihr sie in Verlegenheit? Sie hat mir doch etwas Gutes getan. Die Armen werdet ihr immer bei euch haben. Ihr könnt ihnen helfen, wann immer ihr wollt. Aber ich werde nicht mehr lange bei euch sein. Sie hat getan, was in ihrer Macht stand, und meinen Körper im Voraus zum Begräbnis gesalbt. Ich versichere euch: Überall in der Welt, wo die gute Botschaft gepredigt wird, wird man sich auch an die Tat dieser Frau erinnern." (Markus 14,3b-9)

 

 

Am Abend kam Jesus mit den zwölf Jüngern. Als sie um den Tisch saßen und aßen, sagte Jesus: "Ich sage euch aber: Einer von euch wird mich verraten, einer, der hier mit mir isst." Erschrocken fragte ihn einer nach dem anderen: "Das bin doch nicht ich, oder?" Er erwiderte: "Es ist einer von euch zwölf, einer, der jetzt mit mir isst. Denn der Menschensohn muss sterben, wie es in der Schrift schon seit langer Zeit vorausgesagt ist. Für seinen Verräter aber wird es furchtbar sein. Für ihn wäre es besser, wenn er nie geboren worden wäre!"

Während sie aßen, nahm Jesus einen Laib Brot und bat Gott um seinen Segen. Dann brach er es in Stücke und gab es den Jüngern mit den Worten: "Nehmt, denn das ist mein Leib." Dann nahm er einen Becher mit Wein und dankte Gott. Er reichte ihn den Jüngern, und sie tranken alle daraus. Und er sagte zu ihnen: "Das ist mein Blut, das für viele vergossen wird und den Bund zwischen Gott und den Menschen besiegelt. Ich sage euch: Von jetzt an werde ich keinen Wein mehr trinken bis zu dem Tag, an dem ich ihn wieder neu im Reich Gottes trinken werde."
Nachdem sie ein Loblied gesungen hatten, gingen sie hinaus zum Ölberg. (Markus 14,18-26)

 

Sie kamen zu einem Olivenhain, der Gethsemane heißt, und Jesus sagte: "Setzt euch hierher, bis ich gebetet habe." Petrus, Jakobus und Johannes aber nahm er mit. Schreckliche Furcht und Angst ergriff ihn und er sagte zu ihnen: "Meine Seele ist zu Tode betrübt. Bleibt hier und wacht mit mir." Er ging ein Stück weiter und warf sich zu Boden. Dann betete er darum, dass das Schreckliche, das ihn erwartete, wenn es möglich wäre, an ihm vorübergehe. "Abba, Vater", sagte er, "dir ist alles möglich. Lass diesen Leidenskelch an mir vorübergehen. Doch dein Wille geschehe, nicht meiner." (Markus 14,32-36) ...

Dann kehrte er zu den Jüngern zurück und sagte: "Schlaft ihr immer noch? Ruht ihr euch immer noch aus? Nun ist es so weit. Der Menschensohn wird in die Hände der Verbrecher ausgeliefert. Kommt, lasst uns gehen. Seht, mein Verräter ist schon da!" (Matthäus 26,45-46)

 

Während Petrus draußen im Hof saß, ging eine junge Dienerin vorüber und sagte zu ihm: "Du bist doch auch einer von denen, die zu Jesus, dem Galiläer, gehören." Doch Petrus leugnete laut, sodass es alle hören konnten. "Ich weiß nicht, wovon du sprichst", sagte er. Später, als er draußen am Tor war, bemerkte ihn eine andere Dienerin, und auch sie sagte zu den Umstehenden: "Dieser Mann war bei Jesus von Nazareth." Und wieder leugnete Petrus, diesmal schwor er sogar: "Ich kenne den Mann noch nicht einmal." Ein wenig später kamen andere Umstehende und sagten zu ihm: "Du musst einer von ihnen sein; wir erkennen dich an deinem galiläischen Akzent." Wieder sagte Petrus: "Ich schwöre bei Gott, ich kenne diesen Mann nicht." Und in diesem Augenblick krähte der Hahn. Plötzlich fielen Petrus Jesu Worte wieder ein: "Ehe der Hahn kräht, wirst du mich drei Mal verleugnen." Und er ging fort und weinte bitterlich. (Matthäus 26,69-75)

 

 

Die Soldaten flochten eine Krone aus langen Dornenzweigen, setzten sie ihm auf den Kopf und legten ihm ein purpurfarbenes Gewand um. Dann spotteten sie: "Sei gegrüßt, du König der Juden!", und sie schlugen ihn mit den Fäusten. Pilatus ging wieder hinaus und sagte zu den Leuten: "Ich lasse ihn jetzt zu euch hinausbringen, damit ihr wisst, dass ich keine Schuld an ihm finden kann." Dann kam Jesus heraus. Er trug die Dornenkrone und das Purpurgewand. Und Pilatus sagte: "Hier ist er, der Mensch!" Als sie ihn sahen, fingen die obersten Priester und die Männer der Tempelwache an zu schreien: "Kreuzige ihn! Kreuzige ihn!" "Kreuzigt ihr ihn", sagte Pilatus. »Ich kann keine Schuld an ihm finden." ...

"Was? Euren König soll ich kreuzigen lassen?", fragte Pilatus. "Wir haben keinen König außer dem Kaiser", gaben die obersten Priester zur Antwort. Da überließ Pilatus ihnen Jesus zur Kreuzigung. Sie nahmen Jesus und führten ihn ab.

(Johannes 19,1-6;15)

 

 Nachdem die Soldaten - es waren vier Mann - Jesus gekreuzigt hatten, teilten sie seine Kleider unter sich auf. Sie nahmen auch sein Untergewand an sich. Es war ohne Naht aus einem einzigen Stück gewebt, deshalb sagten sie: "Wir wollen es nicht zerreißen, sondern darum würfeln." Damit erfüllte sich die Schrift, in der es heißt: "Sie teilten meine Kleider unter sich auf und würfelten um mein Gewand." Und so machten sie es. (Johannes 19,23-25)

 

Gegen Mittag legte sich eine Finsternis über das ganze Land, die drei Stunden anhielt. Dann, um drei Uhr, rief Jesus mit lauter Stimme: "Eli, Eli, lama asabtani?", das bedeutet: "Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?" Einige von den Leuten, die dabeistanden, verstanden ihn falsch und dachten, er rufe den Propheten Elia. Einer von ihnen aber lief, tränkte einen Schwamm mit Weinessig, steckte ihn auf einen Stab und hielt ihn Jesus hin, damit er davon trinken konnte. "Wartet. Wir wollen sehen, ob Elia wirklich kommt und ihn herunterholt!", sagte er. Da schrie Jesus laut auf und starb. In diesem Augenblick riss der Vorhang im Tempel von oben nach unten entzwei. Der römische Hauptmann, der dem Kreuz gegenüberstand und mit angesehen hatte, wie Jesus gestorben war, rief aus: "Ja, dieser Mann war wirklich Gottes Sohn!"  (Markus 15,33-39)

 

Als es Abend wurde, fasste Josef von Arimathäa, ein angesehenes Mitglied des Hohen Rates, Mut und ging zu Pilatus, um ihn um den Leichnam von Jesus zu bitten. Josef war einer von denen, die auf das Kommen des Reiches Gottes warteten. Pilatus konnte nicht glauben, dass Jesus schon tot war, deshalb ließ er den verantwortlichen römischen Hauptmann rufen und fragte ihn. Der Hauptmann bestätigte den Tod, und Pilatus überließ Josef den Leichnam.  Josef kaufte ein langes Leinentuch, nahm den Leichnam vom Kreuz, wickelte ihn in das Tuch und legte ihn in ein Grab, das aus dem Felsen gehauen war. Dann wälzte er einen Stein vor den Eingang. Maria von Magdala und Maria, die Mutter von Josef, beobachteten, wohin der Leichnam von Jesus gelegt wurde.

 

Am nächsten Abend, als der Sabbat vorüber war, kauften Maria von Magdala, Salome und Maria, die Mutter von Jakobus, wohlriechende Öle, um den Leichnam einzubalsamieren. Früh am Sonntagmorgen, gerade als die Sonne aufging, machten sie sich auf den Weg zum Grab. Unterwegs überlegten sie, wer ihnen den Stein vom Eingang des Grabes wegwälzen könnte.  (Markus 15,43-16,3)

 

 

 

Plötzlich gab es ein starkes Erdbeben, weil ein Engel des Herrn vom Himmel herab kam, den Stein bei Seite rollte und sich darauf niederließ. Sein Gesicht leuchtete wie ein Blitz und sein Gewand war weiß wie Schnee. Die Wachen zitterten vor Angst, als sie ihn sahen, fielen zu Boden und blieben wie tot liegen. Der Engel sprach die Frauen an. "Habt keine Angst!", sagte er. "Ich weiß, ihr sucht Jesus, der gekreuzigt wurde. Er ist nicht hier! Er ist von den Toten auferstanden, wie er gesagt hat." (Matthäus 28,1-6)

 

 

 

Maria stand weinend draußen vor dem Grab, und während sie weinte, beugte sie sich vor und schaute hinein. Da sah sie zwei weiß gekleidete Engel sitzen, einen am Kopf- und einen am Fußende der Stelle, an der der Leichnam von Jesus gelegen hatte. "Warum weinst du?" fragten die Engel sie. "Weil sie meinen Herrn weggenommen haben", erwiderte sie, "und ich nicht weiß, wo sie ihn hingelegt haben." Sie blickte über ihre Schulter zurück und sah jemanden hinter sich stehen. Es war Jesus, aber sie erkannte ihn nicht. "Warum weinst du?" fragte Jesus sie. "Wen suchst du?" Sie dachte, er sei der Gärtner. "Herr", sagte sie, "wenn du ihn weggenommen hast, sag mir, wo du ihn hingebracht hast; dann gehe ich ihn holen." "Maria!", sagte Jesus. Sie drehte sich um zu ihm und rief aus: "Meister!" "Berühre mich nicht", sagte Jesus, "denn ich bin noch nicht zum Vater aufgefahren. Aber geh zu meinen Brüdern und sage ihnen, dass ich zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott auffahre." Maria Magdalena fand die Jünger und erzählte ihnen: "Ich habe den Herrn gesehen!" Dann berichtete sie, was er ihr aufgetragen hatte. (Johannes 20,11-18)

 

 

 

Früh am Sonntagmorgen gingen die Frauen zum Grab und brachten die Öle mit, die sie vorbereitet hatten. Sie sahen, dass der Stein, der den Eingang verschlossen hatte, weggerollt war. So gingen sie in die Grabhöhle hinein, konnten aber den Leichnam von Jesus, dem Herrn, nicht finden. Sie waren ratlos und überlegten, was geschehen sein konnte. Plötzlich standen zwei Männer in strahlenden Gewändern neben ihnen. Die Frauen erschraken und verneigten sich vor ihnen. Da fragten die Männer: "Warum sucht ihr den Lebenden bei den Toten? Er ist nicht hier! Er ist auferstanden!" (Lukas 24,1-6a)