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Von Geburtstag feiern, Skiurlaub und Fastenzeit

 

Ich habe schon eine Weile nichts mehr von mir hören lassen. Wir waren letzte Woche im Skiurlaub und haben unsere Auszeit als Familie genossen. In die Urlaubswoche fiel der 12. Geburtstag von Lina. Wir hatten eine wirklich schöne Ferienwohnung und zelebrierten nach dem Ausschlafen erstmal ein ausgiebiges Geburtstagsfrühstück. Dann ging es ab nach Salzburg. Abends wurde der Tag mit Flutlichtskifahren abgerundet. Ganz so, wie es sich das Geburtstagskind gewünscht hatte.

Unglaublich, wie groß unsere Mädchen inzwischen geworden sind. Und so schön, wie gut sie sich verstehen. Sophias Geschenk drückt das sehr gut aus, finde ich. Ihr Bild hat inzwischen einen Ehrenplatz in Linas neu gestaltetem KinderJugendzimmer bekommen.

 

 

Der Geburtstag fiel auf Faschingsdienstag. Ein Tag  vor Beginn der Fastenzeit. Wie jedes Jahr, haben wir als Familie überlegt, ob und was wir "fasten" wollen. Die Kinder beteiligen sich diesmal nicht. Das dürfen und sollen sie frei entscheiden, weil es uns wichtig ist, dass sie aus freien Stücken verzichten, wenn sich sich dazu entschließen.

 

Ich habe dieses Jahr beschlossen, unsere Lebensmittel (und vielleicht auch noch einige Dinge darüber hinaus) bewusster einzukaufen. Ich will fairen Handel unterstützen, möglichst regional kaufen und definitiv alles vermeiden, was mit Kinderarbeit, Menschenrechtsverletzungen oder Tierquälerei zu tun hat. "Freiheit endet da, wo sie die Freiheit des Anderen verletzt." lautet ein weiser Spruch. Ich möchte nicht, dass mein Konsum auf Kosten Anderer geschieht. Dieser Gedanke ist mir nicht neu und ich würde  mich nicht als gewissenlosen Ausbeuter bezeichnen. Dennoch muss ich ehrlich zugeben, dass ich mich zu wenig mit dem beschäftige, was hinter den Marken steckt. Offensichtliches fällt mir leicht: Stoffbeutel und Korb zum Einkaufen mitnehmen, Eier aus Freilandhaltung kaufen, grünen Strom nutzen und solche Sachen. Die intensive Auseinandersetzung mit der Thematik habe ich bisher jedoch gescheut.

 

 

Im Vorfeld der Fastenzeit widmete ich mich also der genaueren Recherche. Da fängt es schon an: Welche Marken boykottiere ich demnächst? Nur die offensichtlich "Bösen", die bekannt sind für Kinderarbeit oder Tierquälerei? Auch die vielen Firmen, die es vermeiden, Steuern zu zahlen? Die großen "Markenkraken" (googelt das mal und ihr bekommt echt aufschlussreiche Grafiken, welche Marken alles zusammengehören --> von wegen Vielfalt). Kaufe ich Brötchen bei dem Bäcker, der auch sonntags bis 18.00 Uhr geöffnet hat? Bestelle ich das Buch in der örtlichen Buchhandlung oder bei Amazon, weil bei Letzterem die DVD 4 € günstiger ist als bei uns und ich durch das Mitkaufen eines Buches die Versandkosten spare? Langsam bekomme ich eine Ahnung davon, dass es hier wirklich um Verzicht geht. Den Verzicht auf einige der tausend Konsummöglichkeiten, die ich bisher völlig unreflektiert und ohne schlechtes Gewissen genutzt habe. Geiz ist eben doch geil, wenn man sich in den letzten drei Monaten einen Fernseher, eine neue Couch und einen Skiurlaub geleistet hat und am Ende des Geldes noch so viel Monat übrig ist. Das ist Jammern auf hohem Niveau, weiß ich. Weniger ist mehr, ist mir auch klar.

 

Es ist ohne Zweifel schick, im Bioladen einzukaufen und auf dem Wochenmarkt mit ökologisch gutem Gewissen aus der regionalen Angebotsvielfalt zu wählen. Halte ich mich aber auch an die Regeln, wenn´s für mich unbequem oder teu(r)er wird? Ich will mich nicht selbst betrügen und mir meine eigene Wahrheit schön reden. Was ich mir für die Fastenzeit vorgenommen habe, schränkt mich ein und ich werde vermutlich (das geht so schnell) immer mal wieder scheitern. Trotzdem oder gerade deshalb habe ich mich dran gemacht und gebe mein Bestes. Nach ein paar Wochen werden regelmäßige Aktivitäten ja zu Gewohnheiten, sagt man. Ich hoffe, dass ich am Ende der Fastenzeit ein paar gute Gewohnheiten mehr habe oder zumindest sensibilisiert bin, "richtig" einzukaufen.

 

 

 

Im Urlaub letzte Woche hatte ich übrigens Zeit und Gelegenheit zum Journaln. Ich suchte nach einer Stelle, die etwas über das Fasten aussagt. In der Bibel wird ja vor allem gefastet, um der Wichtigkeit einer Sache Ausdruck zu verleihen. Zum Beispiel, wenn Gott gebeten wird, ein Menschenleben oder gar eine ganze Stadt zu verschonen. Bei Jesaja finden sich Aussagen darüber, welche Art von Fasten Gott gefällt. Nicht die, bei der man sich seines Verzichts brüstet und sein Opfer öffentlichkeitswirksam präsentiert. Für Gott ist es auch nicht o.k., wenn jemand fastet, dabei aber seine Mitmenschen ausnutzt, unterdrückt oder schlecht über sie redet. Das innere und das äußere Fasten müssen zusammenpassen, dann kann es viel bewirken und bewegen. Die Zusagen Gottes, was dadurch möglich wird, sind auf der Bibelseite gelb markiert. Ganz schön viele, oder? Wobei ich gestehen muss, dass die Anweisungen für das richtige Fasten es in sich haben. Müsste ich den biblischen Aussagen darüber eine zusammenfassende Überschrift geben, wäre das "Fasten, wie Gott es liebt, befreit dich und mich." Wenn das mal kein guter Grund ist, auch ein paar Unbequemlichkeiten in Kauf zu nehmen.

 

 

Wie ist das bei euch? Habt ihr euch etwas Bestimmtes für die Fastenzeit vorgenommen? Alleine, zu zweit oder mit der ganzen Familie? Wie geht es euch damit? Ich freue mich über eure Kommentare und den Austausch mit euch!